Warum guter Content für den Linkaufbau nicht mehr ausreicht

Im Linkbuilding ist das Zeitalter von “Content is King” zu Ende

Derzeit wird ja wieder viel über natürlichen Linkaufbau geschrieben und immer wenn es um dieses Thema geht, treten auch die Anhänger der „man braucht nur guten Content und schon wird man verlinkt“ – Philosophie auf den Plan.

Ja wenn es so einfach wäre. Das ist es aber leider nicht. Guter Content alleine reicht schon lange nicht mehr aus. Jeder Online Marketer, der sich darauf verlässt, kann genauso gut auch Lotto spielen.

Die Wahrscheinlichkeit auf den Hauptgewinn – aka gute Rankings – ist in beiden Fällen gleich miserabel.

Warum das so ist und wie es trotzdem funktioniert

Um zu erklären, warum es nicht mehr ausreicht, muss man zunächst Ursachenforschung betreiben. Warum glauben so viele an die These Links durch Content?

Die Kernaussage lautet ja, dass man nur guten, einzigartigen und interessanten Content zur Verfügung stellen muss und schon verlinken andere Webmaster freiwillig auf die Seite.

Wer davon überzeugt ist, gehört im Regelfall einer der folgenden Gruppen an

  • Wenig Erfahrung im Onlinemarketing – ODER
  • alte Hasen, deren Domains schon sieben oder acht Mal Geburtstag gefeiert haben UND/ODER
  • Protegès (die sich dessen aber nicht bewusst sind), die von Influencern gefördert werden

Wenig Erfahrung im Online Marketing

Die erste Gruppe sind in der Regel Neueinsteiger, die gerade erst anfangen, sich mit dem Onlinemarketing zu beschäftigen.

Weil sie noch nirgends Stammleser sind und die Fachbegriffe noch nicht wirklich kennen, suchen sie mit Umschreibungen nach Informationen.

Das führt nicht selten dazu, dass sie auf Forenbeiträgen landen, die mehrere Jahre auf dem Buckel haben oder irgendwelche „Sofort Geld verdienen“ Pakete kaufen.

In beiden Fällen sind die dort zu findenden Informationen zum Linkaufbau meist nicht mehr aktuell und damit absolut unbrauchbar. Die vermeintlich zeitlose Weisheit „Guter Content führt zu Links“ steht aber überall und hört sich zunächst logisch an.

Die alten Hasen

Sieht man von den Nachplapperern ab, sind es meist altgediente Webmaster, die das Credo „Content führt zu Links“ verbreiten.

Der Unterschied zu allen anderen ist aber der, dass sie Recht haben. Denn zu der Zeit, als sie angefangen haben, hat der Satz noch gestimmt.

Protegé (dem das nicht klar ist)

Manchmal startet ein Webmaster einen Blog oder eine Website und hat einfach das Glück, dass er – aus welchen Gründen auch immer – von einem einflussreichen Webmaster promoted wird.

Dadurch gerät er – ohne sich dessen bewusst zu sein -  in die komfortable Situation, dass “Content is King” für ihn Realität wird.

Die Zeit der „alten Hasen“ ist vorbei

Die Inhalte im Web sind exponentiell gewachsen. Wer vor über zehn Jahren eine Domain registrieren wollte, hatte noch nahezu freie Auswahl.

Konkurrenz gab es wenig und Suchmaschinen hießen damals noch Webkataloge/Verzeichnisse ;-) . Dann kam die erste große Welle der Blogs und mit ihr das Prinzip des gegenseitigen Verlinkens.

Der Mensch an sich ist ein soziales Wesen und liebt es von Haus aus, mit anderen vernetzt zu sein. Stieß man also auf ein Blog oder eine Website und fand die Inhalte gut, gehörte es zum guten Ton, darauf zu verlinken.

Dasselbe Prinzip müsste eigentlich auch heute noch gelten, denn an den Inhalten und am Mensch sein hat sich nichts verändert.

Was sich jedoch verändert hat, ist die Ausrichtung der Blogs und Websites. Dominierten früher Non Profit Websites, ist heutzutage der Einbau von Werbebannern, Google Adsense und Affiliate Marketing Standard.

Und da tritt eine menschliche Eigenschaft zutage, über die zwar niemand gerne spricht, die aber einfach zu uns gehört.

Die Rede ist von Angst, Neid und Missgunst

Angst ist eine normale, menschliche Regung. Im Bereich Linkaufbau führt sie dazu, dass soziale Kontakte immer dann genauer geprüft werden, wenn eine Monetarisierungsabsicht dahinter steht.

Soll heißen, in dem Moment, indem ich auf einen Blog oder eine Website verlinke, die kommerziell ausgerichtet ist, übernehme ich Verantwortung.

Es ist die eine Sache, auf einen toll geschriebenen, privaten Urlaubs Bericht von Familie Meyer zu verlinken.

Etwas anders sieht es aus, wenn der Link ebenfalls zu einem tollen Urlaubs Bericht führt, dann aber Geld für eine zu buchende Urlaubsreise in die Hand genommen werden soll.

Wer auf ein solches Angebot verlinkt, gibt damit eine Empfehlung ab und übernimmt automatisch die Verantwortung für das Angebot – zumindest eine moralische.

Das kann für viele eine echte Belastung darstellen und deshalb verlinken sie erst gar nicht. Natürlich gibt es auch neidische und missgünstige Menschen, die dem anderen schlichtweg nicht die sprichwörtliche Butter auf dem Brot gönnen und deshalb nicht verlinken.

Davon gibt es leider mehr als Genug. Das sieht man auch sehr schön daran, dass die Klickraten steigen, sobald man Affiliate Links maskiert.

Ich wollte an der Stelle lediglich darauf hinweisen, dass es nicht immer der Neid sein muss, der zu Linkgeiz führt. Es kann auch Angst und mangelndes Vertrauen sein.

Das ist einer der Hauptgründe oder sogar der Hauptgrund, warum die Aussage “Content is King” für das Linkbuilding nicht mehr funktioniert.

Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Man darf nur nicht vor der geschlossenen stehen bleiben

Und es geht doch

Wenn man in dem Satz „Content is King“ einfach das Wort Content durch Trust ersetzt, ist es nach wie vor möglich, freiwillig gesetzte Links durch Inhalte zu generieren.

Mit anderen Worten, man muss vertrauenswürdig werden. Dies erreicht man am besten, indem man so genannte Main-Authorities dazu bringt, über sich zu berichten.

Die Reichweite und der Trust den solche „Influencer“ besitzen, ist so groß, dass eine personalisierte Erwähnung von ihnen ausreicht, um genügend eigenen Trust aufzubauen.

Genügend Schub wird allerdings nur dann erzeugt, wenn die Main-Authority wirklich auf den Neuling hinweist. Ein gesetzter Link alleine reicht dafür nicht aus. Es muss deutlich werden, dass die Main-Authority die neue Seite wirklich bemerkt hat und tatsächlich gut findet.

Die drei linkgebenden Quellen

Main-Authoritys

Das sind Webmaster, die Blogs oder Seiten betreiben und über eine nahezu unantastbare Reputation verfügen.

Exemplarisch für den Bereich Affiliate Marketing könnte man hier zum Beispiel Eisy nennen. Durch seine Newsletter, die ausführlichen Testberichte und nicht zuletzt den Premium Bereich hat er sich eine enorme Glaubwürdigkeit verschafft.

Für den Bereich SEO möchte ich – ebenfalls exemplarisch – Marco Janck anführen, der sich mit Sumago, den Seonauten, Radio4SEO und vor allem mit der SEO Campixx nicht nur in der SEO Szene selbst, sondern auch bei Webmastern, die sich nur am Rande mit SEO beschäftigen, einen Namen gemacht hat.

Es gibt natürlich noch weitaus mehr solcher Main-Authorities aber das hier soll ja schließlich keine Liste werden.

Was macht nun eine Main-Authority aus? In Bezug auf das Linkbuilding eigentlich nur eins. Man kann jederzeit und ohne sich Gedanken machen zu müssen, auf sie verlinken.

Nicht nur, dass man sich damit niemals blamieren wird, nein, man zeigt der Welt damit auch, dass man sich im Thema auskennt und das „richtige“ liest. Ein Punkt, der schon bei den Medium-Authorities nicht mehr so einfach ist.

Dieser Status führt natürlich zu einer schier unglaublichen Flut an Backlinks, wodurch sich die Position als Autorität immer mehr festigt.

Mit dieser Position geht auch ein Status einher, der sich am besten mit dem Begriff too big to fall beschreiben lässt. Irgendwann hat eine Autorität einen Punkt erreicht, an dem andere sie nicht mehr übergehen können, ohne sich selbst ins Abseits zu stellen.

Das ist der Moment, in dem sich auch der schlimmste Link-Geizling sagen muss, “naja, wenn ich schon auf jemanden verlinke, dann auf den”.

Damit kann eine Main-Authority ihrerseits beliebig verlinken, auf wen und was sie will. Übel nimmt man ihr zunächst einmal nichts und großartig hinterfragt wird auch nicht.

Im Gegenteil, Main-Authorities  sind prinzipiell dazu in der Lage, Meinungen zu bestimmten Themen regelrecht zu „machen“.

Weil das so ist und niemand gerne gegen den Strom schwimmt, wird über eine sehr lange Zeit vieles einfach akzeptiert, ohne zu hinterfragen.

Verlinkt nun eine solche Autorität beispielsweise auf ein neues Blog und der Blogbetreiber vermarktet das entsprechend, wird er es zukünftig unendlich viel leichter haben, selbst als Vertrauenswürdig erachtet und wiederum von anderen verlinkt zu werden.

Einen Link von einer Main-Authority zu erhalten ist allerdings ohne persönlichen Kontakt extrem schwierig.

Zwar hätte sie kein Problem damit, auf einigermaßen vernünftigen Content zu linken. Denn selbst wenn sie mal daneben greift, schadet dass ihrer Reputation wenig bis gar nicht.

Die eigentliche Schwierigkeit ist eher der massive Input der auf eine Main-Authority einwirkt.

Mit Tausenden Stammlesern, Followern und Fans sinkt einfach zwangsläufig die Wahrscheinlichkeit, dass ein kleines, unbekanntes Blog überhaupt bemerkt wird.

Dementsprechend muss man sich dann auch anstrengen, um an einen solchen Link zu kommen aber es hat ja niemand behauptet, dass es einfach wäre ;-) .

Medium-Authorities

Dabei handelt es sich um Webmaster, die auf dem Weg zur Main-Authority sind, es aber noch nicht ganz geschafft haben.

Ich nenne hier bewusst keine exemplarischen Beispiele, um niemanden auf den Schlips zu treten, der vielleicht denkt, er wäre schon eine solche ;-) .

Medium-Authorities können für sich alleine stehen, weil sie sich ihren Status in jahrelanger Arbeit selbst erarbeitet haben. Man findet sie aber auch oft im engeren Umfeld der Main-Authorities.

Im Gegensatz zu den Small-Authorities sind sie aber allein lebensfähig und besitzen schon genügend Reputation, dass freiwillig auf sie verlinkt wird.

Natürlich nicht in gleichem Maße wie auf die Main-Authorities aber es reicht für einen halbwegs vernünftigen Backlink-Aufbau, bei dem händisch nicht mehr nachgeholfen werden müsste.

Medium-Authorities sind per Definition die einzigen, die es mit gutem, einzigartigen und interessanten Content schaffen können, dass tatsächlich freiwillig auf sie verlinkt wird. Allerdings eben nicht wegen des Contents, sondern wegen ihrer bereits vorhandenen Reputation.

Während Main-Authorities mehr oder weniger publizieren können was sie wollen und trotzdem verlinkt werden, müssen Medium-Authorities tatsächlich etwas dafür leisten.

Dieser Umstand sorgt auch für eine gewisse Unsicherheit. Da Medium-Authorities in ihrer Reputation noch nicht hundertprozentig gefestigt sind, haben sie verständlicherweise Angst, etwas davon zu verlieren uns sind entsprechend vorsichtig mit ihrer Link Liebe.

Small Authorities

Unter den Begriff small Authorities fallen alle anderen Websites und Blogs.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Anfänger handelt oder um altgediente Webmaster, denen das Ranking ihrer Seiten egal ist und die es einfach nicht interessiert ob sie nun eine Autorität sind oder nicht.

Fazit

Geht man nun davon aus, dass das Mantra Content ist King ausgedient hat und müsste man sich auf eine neue Formulierung festlegen, bleibt eigentlich nur eine Möglichkeit:

Trust ist King

Will man also tatsächlich aufgrund des Contents verlinkt werden, muss zunächst das Erzeugen von Trust das oberste Ziel sein.

Wie immer wünsche ich viel Erfolg bei der Umsetzung…

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2 Kommentare zu „Warum guter Content für den Linkaufbau nicht mehr ausreicht“