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Die Schlinge im E-Commerce zieht sich langsam zu :: pro webwork blog

Die Schlinge im E-Commerce zieht sich zu

Die Goldgräberstimmung im E-Commerce neigt sich ihrem Ende zu. Für viele Online Shop Betreiber wird es langsam eng. Die Zahl der Marktteilnehmer steigt kontinuierlich an und der Wettbewerb wird zunehmend härter.

Reichte vor wenigen Jahren noch eine einigermaßen gute Idee oder ein pfiffiges Produkt, um sich im E-Commerce eine erfolgreiche Existenz aufzubauen, muss heute schon deutlich tiefer in die Trickkiste gegriffen werden. Das Umfeld ist professioneller geworden und diese Entwicklung schreitet weiter voran.

Einer der großen Vorteile im E-Commerce war bisher, dass sich die „old economy“ weitestgehend aus dem Online Marketing herausgehalten hat. Dies wird sich aber in naher Zukunft ändern. Ein Indikator dafür ist beispielsweise die Werbeentwicklung.

Erstmalig ist das Internet das zweitstärkste Werbemedium nach der TV Werbung. Und diese Entwicklung ist kein Strohfeuer. Sie ist eindeutig nachhaltig zu sehen. Kein Unternehmen wird es sich in Zukunft leisten können, auf Online Marketing zu verzichten.

Die Konsequenz daraus ist, dass sich in nächster Zeit auch die Unternehmen im E-Commerce etablieren wollen, die mit Online Marketing bislang wenig bis gar nichts am Hut hatten.

Das hat natürlich Auswirkungen auf die bestehenden Marktteilnehmer. Warum das so ist, möchte ich an folgendem Beispiel verdeutlichen.

Der Markt „Tierhalter“

Tierhalter sind bekannt dafür, dass sie für ihre Lieblinge gerne und viel Geld ausgeben. Grund genug, sich speziell diesem Marktsegment zu widmen. Greifen wir uns hier einmal beispielhaft das Produkt „Hundeanhänger“ heraus.

Das Produkt Hundeanhänger vor zehn Jahren

Wer um das Jahr 2000 herum auf einer Fahrradtour seinen Hund gerne in einem Anhänger mitgenommen hätte, musste lange nach einem geeigneten Produkt suchen oder tief in die Tasche greifen.

Spezielle Hundeanhänger waren unter 600 DM nicht zu finden. Wem das zu viel war, der musste entweder eine Eigenkreation erschaffen oder einen Anhänger, der eigentlich für Kinder gedacht war, umfunktionieren.

Wer also mit Hundeanhängern einen Online Shop betreiben wollte, hätte sich lediglich nach geeigneten Importmöglichkeiten umsehen müssen. Der Erfolg wäre ihm sicher gewesen. Dazu hätte es noch nicht einmal eines Shops bedurft – Ebay wäre völlig ausreichend gewesen.

Das Produkt Hundeanhänger heute

Aus Kundensicht hat sich nichts geändert. Der Bedarf ist immer noch vorhanden und sogar noch gewachsen.

Für einen Online Shop Betreiber stellt sich die Situation heute jedoch ganz anders dar. Nicht nur dass Hundeanhänger mittlerweile bereits für etwas mehr als 100 Euro zu haben sind, auch die Zahl der Anbieter hat sich vervielfacht.

Dazu kommen Tausende Blogs und Websites, die sich mit Tierhaltung beschäftigen und passend dazu Werbebanner von Zoo Plus eingebunden haben.

Will man sich in diesem Markt behaupten, braucht es eine Online Marketing Strategie, ein Investment in SEO, sowie SEA – und die eine oder andere Offline Kampagne wäre auch nicht verkehrt.

Von den wichtigsten Instrumenten im Online Marketing – der Usability und CRO – haben wir noch gar nicht gesprochen. Kurz: man muss die gesamte Klaviatur spielen können, will man Erfolg haben.

Es wird eng im E-Commerce

Das angesprochene Beispiel lässt sich beinahe beliebig auf jedes Produkt und jede Idee übertragen. Es wird immer schwieriger, schwach besetzte Märkte zu finden. Besonders ärgerlich: hat man sie gefunden, wird die Zeit, bis Nachahmer ebenfalls auf den Zug aufspringen, immer kürzer.

Wie kann man trotzdem noch erfolgreich sein?

Die hier dargestellte Situation soll keinesfalls entmutigen oder gar den Eindruck erwecken, es wäre nicht mehr möglich, ein erfolgreiches Online Business aufzubauen. Im Gegenteil, der Onlinemarkt wächst stetig weiter und nach wie vor existieren zahllose Chancen.

Es ist einfach die Messlatte, die deutlich höher liegt als noch vor wenigen Jahren. Für Neugründer aber auch bestehende Shops gilt deshalb:

Die Produkte müssen entweder besonders innovativ, neu oder einzigartig sein. Oder der gesamte Shop Auftritt muss professioneller werden.

Das bedeutet natürlich auch höhere Investitionen. Ob sich diese lohnen, wird zukünftig immer mehr von einer fundierten Analyse abhängen, welche bereits im Vorfeld stattfinden muss.

Da kaum ein Shop Betreiber über ein unbegrenztes Budget verfügen dürfte, wird die zukünftige Herausforderung die Fähigkeit sein, den Online Marketing Prozess optimal zu steuern.

Also wann macht es Sinn, in Traffic-Maßnahmen zu investieren, wann in die Usability? Wie sieht das optimale Verhältnis zwischen SEO und SEA aus? An welchem Punkt machen Offline Kampagnen den meisten Sinn und wie bindet man möglichst ohne großen Aufwand eine Social Media Strategie ein.

Nur wer die Antworten auf diese Fragen kennt und über ein entsprechendes Konzept verfügt, wird in Zukunft noch erfolgreich sein.

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4 Kommentare zu „Die Schlinge im E-Commerce zieht sich zu“

  • Da mich und meine Firma (Seit 2003 Online-Shop für Druckerzubehör) dein Beitrag genau betrifft, habe ich ihn mit großem Interesse gelesen. Ich denke wer motiviert ist und jeden Tag aktiv dazu lernt und das Gelernte umsetzt wird sich einen Teil des Kuchens sichern können. Jedenfalls gehe ich davon aus :-) Gruß aus Witten

  • pw:

    Das mit Sicherheit :-) . Die Lernkurve muss nur sehr steil sein. Denn die hinzukommende Konkurrenz ist hauptsächlich der schon im Beitrag angesprochenen “old economy” zuzuordnen.

    Übersetzt bedeutet das in dem Zusammenhang “altes Geld” und das hat aufgrund der dahinterstehenden Netzwerke einfach mehr Gewicht.

  • Ich verstehe was du meinst. Das weit aus größere Problem sehe ich aber nicht bei den Leuten die Ahnung oder Geld im Rücken haben, sondern viel mehr, die keine Ahnung und kein Geld im Rücken haben. Damit meine ich hauptsächlich Neugründer, die den Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn nicht kennen, um das mal flappsig auszudrücken. Ich habe schon einige kommen und gehen sehen, die zwei Jahre die Preise sowas von unterboten haben, wo man sich fragen musste, wie können die günstiger verkaufen mit MwSt. als wir netto einkaufen.
    Naja, nur mal so dahingeschrieben….

  • pw:

    Hehe :D , ja die Spezies ist besonders unangenehm. Hat zwar den Vorteil, dass sie sich regelmäßig selbst abschießt aber andererseits kommen auch immer wieder so viele nach, dass es schon zu einem Ärgernis werden kann.