Blogs monetarisieren – ist das ethisch vertretbar?

Momentan scheint diese Frage nicht nur das aktuelle Webmaster Friday Thema zu beschäftigen. Ist es ethisch vertretbar, mit bloggen Geld zu verdienen? Leidet der Content unter der Monetarisierung oder verliert der Blogger gar seine Authentizität? Macht sich also quasi zum bezahlten Sprachrohr der Wirtschaft?

Wenn ich ehrlich bin, so ganz kann ich diese Fragen nicht nachvollziehen. Aber bevor ich meine eigene Meinung dazu kundtue, möchte ich die Gelegenheit nutzen und kurz darauf eingehen, was das stellen solcher Fragen prinzipiell über die Branche aussagt oder zumindest aussagen könnte.

Wer solche Fragen stellt, ist unsicher.

Woran das liegt, muss jeder für sich selbst herausfinden. Meist steckt jedoch die Angst vor Ablehnung dahinter. Mal abgesehen davon, dass man sich – so man denn monetäre Absichten verfolgt – ganz schnell von einer solchen Angst verabschieden muss, ist sie zudem auch noch völlig unbegründet.

Von wem soll man denn abgelehnt werden? Man kann es sich doch gar nicht mit allen gleichzeitig verscherzen. Wann immer jemand konkret für eine Sache Stellung bezieht, wird es einen anderen geben, der in Opposition dazu tritt. Entscheidet man sich nicht ehrlich und aus Überzeugung für eine Seite, läuft man eher Gefahr, als das bekannte “Fähnchen im Wind” von beiden Parteien attackiert zu werden (da ist man sich schnell einig ;-) ).

Ist es nun unmoralisch, Blogs zu monetarisieren?

Ich will die Frage mal anders formulieren. Ist es nicht egoistisch und unhöflich, es nicht zu tun?

Ich stelle mir gerade vor, ein Blogger schreibt über ein neues Plug-In. Dessen Leistung spricht mich an und ich will es haben. Da erwarte ich doch einen Link. Und zwar direkt zum Plug-In. Jetzt, sofort und auf der Stelle. Ich will nicht erst den Namen des Plugins in Google eingeben und dann aus den Suchergebnissen auswählen. Ich will es jetzt, sofort und direkt haben.

Wenn es sich um ein kostenpflichtiges Plug-In handelt, ist mir doch in diesem Moment völlig egal, ob der verlinkende Blogger an meinem Kauf mitverdient. Deswegen bezahle ich doch keinen Cent mehr. Sauer wäre ich, wenn er nicht erwähnt, dass es sich um ein kostenpflichtiges Produkt handelt.

Es ist ein Gebot der Höflichkeit, auf ein thematisch passendes Produkt zu verlinken. Ob damit Geld verdient wird oder nicht, spielt überhaupt keine Rolle.

Wen das tatsächlich stört, dem wünsche ich durchaus kein unangenehmes Leben. Es soll eben nur außerhalb meines Blogs stattfinden.

Was ist mit der Authentizität? Wird der Content durch Bezahlung beeinflusst?

Auch das ist relativ schnell geklärt. Abraham Lincoln hat einmal gesagt:

Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen
und das ganze Volk einen Teil der Zeit.
Aber man kann nicht das gesamte Volk die ganze Zeit täuschen.

    Nicht umsonst setzt auch Google auf das Alter einer Domain, wenn es um Vertrauen geht. Und nur darum geht es. Vertrauen muss aber erarbeitet werden. Das dauert nun mal seine Zeit.

    Natürlich besteht die Gefahr, dass eine Empfehlung direkt von der Höhe der Provision abhängig gemacht wird. Natürlich kann es sein, dass bei bezahlten Artikeln nicht unbedingt die eigene Meinung wiedergegeben wird.

    Wirklich interessant ist aber doch die Frage, wie lange so etwas gut geht? Wie lange kann jemand ein schlechteres Produkt bewerben (weil er daran mehr verdient), wenn die ganze Branche ein völlig anderes favorisiert? Und wie lange dauert es, bis in Kommentaren ein Hinweis erscheint, dass Blogger A gerne Produkt B empfiehlt, weil er gut daran verdient und nicht, weil er davon überzeugt ist?

    Die Kritik an der Monetarisierung macht einfach keinen Sinn. Nebenbei ist sie auch noch unverschämt den Lesern gegenüber. Die sind nämlich gar nicht so dumm, wie allgemein angenommen wird. Wer sagt, dass Monetarisierung den Content schädigt, unterstellt den Lesern damit, dass die zu dumm sind, einen authentischen von einem manipulierten Text zu unterscheiden.

    Blogs monetarisieren ja oder nein?

    Ja! Wie hat eisy neulich so treffend getwittert: “wer nicht wirbt, der stirbt”. Und damit hat er recht. Wir müssen uns endlich davon verabschieden, bei der Monetarisierung so zurückhaltend zu sein. Wer guten Content liefert, soll dies nicht ohne Bezahlung tun müssen. Es gibt den Spruch

    wenn der Klügere wirklich immer nachgibt, wird die Welt irgendwann von Idioten regiert

      Passen wir auf, dass es uns bezogen auf die Monetarisierung nicht ähnlich ergeht. In diesem Sinne wünsche ich viel Erfolg bei der online Arbeit…



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      8 Kommentare zu „Blogs monetarisieren – ist das ethisch vertretbar?“