3 Fehler bei der Monetarisierung von Blogs
Vor kurzem habe ich im Artikel Blogs monetarisieren – warum viele mit Blogs kein Geld verdienen die zu häufige Verwendung von Adsense als Fehler angeprangert. Dies deshalb, weil es keinen Sinn macht, Unmengen an Content zu produzieren, um Besucher auf den eigenen Blog zu holen, nur um sie dann sofort wieder wegzuschicken.
Heute empfehle ich das genaue Gegenteil davon. Ein Widerspruch? Nein, keineswegs. Nur die Forderung nach konsequenter Festlegung auf eine Strategie bei der Monetarisierung von Blogs oder Webseiten.
Drei Fehler fallen mir immer wieder auf, wenn ich Blogs sehe, die kein Geld verdienen.
- Die strategische Ausrichtung des Blogs ist nicht erkennbar
- Werbemittel passen nicht zur Ausrichtung und zum Aufbau der Seite
- mangelnde Verkaufspraxis
Mittlerweile glaube ich sogar, einen möglichen Grund für die Fehler zu kennen. Es sind oft die großen Blogs, die als Vorbilder herangezogen und kopiert werden. Es ist prinzipiell ja nicht verkehrt sich an Vorbildern zu orientieren aber eine Kopie ist nunmal nicht das Original und wird auch im Ergebnis immer nur zweitrangig sein.
Zudem kann man als Außenstehender niemals die wahre Motivation und Strategie eines Blogbetreibers durchschauen. Was er oder sie wirklich mit ihrem Blog bezwecken, wissen eben auch nur diese selbst. Kopiert man nun einen solchen Blog, arbeitet man quasi im Blindflug und macht etwas, ohne wirklich zu wissen warum.
Ein Beispiel
Professional webwork mag vielleicht aussehen wie ein Affiliate Blog – es ist aber keines. Um es zu verdeutlichen; sämtliche Banner und Links, die in dieses Blog eingebunden sind, stehen zwar für Produkte, hinter denen die Blogbetreiber voll und ganz stehen und deshalb gerne zum Kauf angeboten werden. Trotzdem steckt keine Monetarisierungsabsicht dahinter.
Die Banner in den Sidebars beispielsweise dienen nur einem einzigen Zweck. Der Optik. Sie werden erwartet. Ein Blog ohne Werbebanner ist das Besucherauge nicht (mehr) gewohnt und wirkt deshalb komisch. Verkäufe werden darüber mit Sicherheit nicht generiert. Warum sind sie dann trotzdem da?
Die Banner Blindness – also das ausblenden/ignorieren von allem, was nach Werbebanner aussieht – ist uns Usern anerzogen worden. Wir können nur begrenzt Informationen aufnehmen und verarbeiten. Da die Informationsflut aber immer mehr zunimmt, sind wir gezwungen, wichtiges von unwichtigem zu trennen. Unwichtiges wird dabei konsequent aussortiert oder ignoriert. Werbung wird von den meisten als unwichtig eingestuft und deshalb ausgeblendet.
Weiterhin ist der Mensch aber auch ein Gewohnheitstier. Mittlerweile daran gewöhnt, auf Webseiten grundsätzlich etwas zum Ausblenden zu finden, sind wir überrascht, wenn da plötzlich nichts ist. So könnte es passieren, dass ersatzweise Content ausgeblendet wird. Da wir das natürlich nicht wollen, bauen wir eben Banner ein. Verkauft wird darüber aber wie gesagt nichts.
Das ist nur ein Beispiel, was passieren kann, wenn man etwas kopiert, ohne die Motivation zu kennen, die dahinter steckt. (Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass professional webwork noch weit davon entfernt ist, als großes Blog zu gelten, welches zu kopieren sich lohnt. Ich habe uns nur deshalb als Beispiel gewählt, weil mir hier die wahre Motivation tatsächlich bekannt ist)
Nach dieser Exkursion nun aber zurück zu den drei Fehlern bei der Monetarisierung von Blogs:
Fehler 1 bei der Monetarisierung – die Ausrichtung des Blogs
Die erste Frage, mit der man sich beschäftigen muss ist die, aus welchem Bereich des Internetmarketings der Umsatz kommen soll. Denn davon hängt der gesamte Aufbau des Blogs ab. Beispielhaft soll es hier um den Zweig Affiliate Marketing gehen. Eisy hat in deutschsprachige aktive Affiliate Blogs feststellen müssen, dass es davon nur wenige gibt. Nun sind wir zwar kein Affiliate Blog aber im Sinne von eisys Posting soll es in diesem Artikel hauptsächlich um Affiliatemarketing gehen.
Wer Blogs oder auch Webseiten mittels Affiliate Marketing monetarisieren möchte, der muss ein paar elementare Grundsätze beachten.
Durchschnittliche Besuchszeit der User und Seitenzugriffe im Affiliatemarketing
Oft liest man zum Beispiel in den Monatsrückblicken großer Blogs, dass stolz die hohe durchschnittliche Besuchszeit oder die steigenden Seitenzugriffe verkündet werden. Da diese Blogs immer auch Vorbildfunktion haben, neigen Beginner dazu, diesen Ansatz zu übernehmen. Fortan setzen sie alles daran, neben dem Traffic auch diese Zahlen zu steigern.
Das ist aber Gift fürs Affiliatemarketing. Sinn und Zweck im Affiliatemarketing ist einzig und alleine, den Besucher so schnell als möglich auf die Zielseite umzuleiten. Content is King, ja. Aber nur für den Traffic und das Ranking. Dem Umsatz tut Content nicht wirklich gut. Content lenkt den Besucher nur von dem ab, was der Affiliatemarketer eigentlich erreichen will. Ein schnelles Verlassen der eigenen Seite, hin zum Merchant. Was dann hoffentlich zur Konversion führt.
Je höher also die durchschnittliche Besuchszeit ist, und je mehr Seitenzugriffe ein Blog hat, desto weniger wird es verdienen. Hohe Werte in diesem Bereichen sind nur für zwei Einkommensarten gut. Dem Verkauf von Links und der direkten Vermarktung des Blogs in Form von Bannerwerbung.
Denn wenn ich einen Werbeplatz auf einem Blog buche, ist es mir natürlich recht, wenn dessen Besucher lange auf der Seite bleiben. Je länger sie sich dort aufhalten, desto länger sehen sie auch meine Werbung. In diesem Fall bin ich gerne bereit, etwas mehr für einen Bannerplatz zu bezahlen.
Ebenso verhält es sich mit gekauften Links. Eine lange Besuchszeit deutet darauf hin, dass Besucher Texte auch wirklich lesen. Kaufe ich mir einen solchen Textlink, steigt auch mein eigener Traffic (sofern der Link nicht nur dem Backlinkaufbau dient). Als Affiliatemarketer will ich aber kurze Besuchszeiten und eine hohe Absprungrate.
Der Merchant verkauft
Wer via Affiliatemarketing monetarisiert, muss sich klarmachen, dass nicht er der Verkäufer ist, sondern der Merchant. Die Verkäufertätigkeit eines Affiliates beschränkt sich darauf, eine Landingpage zu erstellen, die den Anforderungen modernem Marketings entspricht und dafür sorgt, dass der Besucher dem Link zum Shop folgt. Wie man gute Landingpages baut, erfährt man zum Beispiel in dem kostenlosen eBook von Zieltraffic (alles Fall-Studien, sehr hoher Lerneffekt) oder in dem eBook landing page essentials von Karl Kratz – ebenfalls kostenlos.
Wenn man sich bewusst macht, dass der Merchant verkaufen muss, damit man selbst Geld verdient, wird klar, wie wichtig die Website des Merchants ist. Es bringt ja nichts, wenn man seinen hart erarbeiteten Traffic zu einem Merchant schickt, der dann nicht in der Lage ist, daraus Verkäufe zu generieren.
Schauen Sie sich deshalb unbedingt die jeweiligen Seiten der Merchants an, bevor Sie ein Partnerprogramm bewerben. Unter Umständen kann es sogar sinnvoll sein, einen Partner mit geringerer Provision zu wählen, wenn der dafür entsprechend mehr Verkäufe ermöglicht.
Fehler 2 bei der Monetarisierung – Die Art des Internetmarketings und die eingesetzten Werbemittel passen nicht zur Ausrichtung des Blogs
Vorhin hatte ich erwähnt, dass professional webwork über Banner kein Geld verdient. Es wäre aus oben genannten Gründen auch nicht möglich. Zudem wollen wir niedrige Absprungraten, lange durchschnittliche Besuchszeiten und viele Seitenzugriffe. Einer Monetarisierung mittels Banner steht das natürlich entgegen.
Was wir aber machen können, ist die Einbindung von Affiliate Links in den Text. Das wäre auch bei unserer Ausrichtung durchaus praktikabel. Und deswegen machen wir es auch. Aber! Man muss auch realistisch sein. Wirklich konsequent findet diese Art der Monetarisierung nicht statt.
Nehmen wir als Beispiel das SEO Tool wpSEO. Es ist das beste SEO Tool für WordPress Blogs. Und klar, es ist jetzt hier im Artikel mit einem Affiliate-Link verlinkt. Aber das ist keine Vermarktung, kein Verkauf. Die ganze Struktur von professional webwork passt nicht zu dieser Art Affiliate Marketing. Wie denn auch? Worüber sollen denn mögliche Käufer kommen? Über Google? Die finden aber auf der Suche nach einem SEO Tool mit Sicherheit nicht diese Seite.
Eine erfolgreiche Vermarktung ist somit also nicht möglich. Möglich ist aber, von der Vermarktung anderer zu profitieren. Wenn beispielsweise eine Kaufentscheidung auf einem anderen Blog negativ ausfällt und der Besucher später dann hier landet, kann es durchaus sein, dass der Satz “Es ist das beste SEO Tool für WordPress Blogs” den letzten Anstoß zum Kauf gibt.
Realistisch gesehen sind solche Umsätze allerdings zu vernachlässigen. Wie man es richtig macht, sieht man beispielsweise sehr gut auf Blogprojekt im Artikel wpSEO Einstellungen. Da macht das Kaufen Spaß. Der Leser erhält einen Mehrwert in Form einer recht ausführlichen Beschreibung des Tools und bezieht das Produkt dann gerne über denjenigen, der sich so viel Mühe gegeben hat.
Achten Sie bei der Monetarisierung also unbedingt darauf, die verwendeten Werbemittel in Einklang mit der Ausrichtung Ihrer Internetmarketing Strategie zu bringen.
Fehler 3 bei der Monetarisierung – mangelnde Verkaufspraxis
Ein generelles Problem im Internetmarketing. Durch die zahllosen Bücher und eBooks über Geld verdienen im Internet und Geld verdienen mit Blogs wird vielen suggeriert, dass es einfach wäre, nebenbei mit wenig Aufwand Geld zu verdienen. Dass dem so nicht ist, wurde an anderer Stelle schon ausführlich besprochen.
Das Hauptproblem sehe ich aber darin, dass nun eine Vielzahl an Verkäufern im Internet unterwegs ist, die von Verkauf überhaupt keine Ahnung haben. Verkäufer ist ein Beruf wie jeder andere auch – man muss ihn erlernen. Es kommt ja auch keiner auf die Idee, als Rechtsanwalt zu praktizieren, wenn nie ein entsprechendes Jura-Studium absolviert wurde.
Schon die Einstellung stimmt nicht
Immer wieder lese ich in Blogs, dass “man keine Werbung machen wolle”, weil “man ja schließlich aus Leidenschaft blogge” oder “Werbung unmoralisch” sei. Selbstverständlich darf dann der Nachsatz nicht fehlen: “wir können natürlich nicht für die Zukunft garantieren, dass dieses Blog werbefrei bleibt”. Egal was auch immer die Motivation solcher Aussagen sein mag, lassen Sie sie weg!
Ehrlich, es glaubt sowieso niemand. Es wird im Gegenteil genau so aufgefasst, wie es klingt – scheinheilig. Um es noch deutlicher zu sagen: selbst wenn Sie ernsthaft der Überzeugung sind – weisen Sie auf gar keinen Fall darauf hin. Wenn Sie ernsthaft keine Monetarisierungsabsichten haben, dann lassen Sie sämtliche Werbung einfach weg. Aber reden Sie nicht darüber.
Wenn Sie Geld mit Blogs verdienen wollen, dann stehen Sie dazu. Sie haben ein Produkt, von dem Sie überzeugt sind und Sie haben Leser, die gerne Ihre Texte konsumieren. Wieso sollten Sie dann nicht aktiv auf “Ihr” Produkt hinweisen dürfen? Sie sagen doch auch nicht zu Ihrem besten Freund: “Du pass auf, ich hab da nen prima Film im Kino gesehen. Den solltest Du Dir unbedingt anschauen aber ich sage Dir nicht welchen, weil ich Werbung ablehne”.
Wie funktioniert guter Verkauf?
Da die Beantwortung dieser Frage nicht nur den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, will ich guten Verkauf nur exemplarisch an einem Beispiel festmachen.
Vielleicht ist dem einen oder anderen die Software von IBP bekannt. Die Macher garantieren Ihnen einen Platz in den Top Ten des Google Rankings mit einem Keyword Ihrer Wahl!
Top Ten Ranking Garantie mit einem Keyword Ihrer Wahl
Das ist doch mal eine Aussage oder? Egal was man davon halten mag, es spricht einen zunächst an. Natürlich kommen sofort auch Zweifel auf. Denn jeder, der sich mit SEO beschäftigt weiß, dass ein solches Versprechen eigentlich nicht zu halten sein kann. Das wissen selbstverständlich auch die Macher von IBP.
Und sie kommunizieren das auch ganz offen. Wie können sie dann aber ein solches Versprechen geben? Indem sie auf vorhandenen Erfahrungswerten aufbauen. Sie wissen, dass sie das Versprechen nicht in allen Fällen halten können und bieten deshalb an, den Kaufpreis zu 100% zu erstatten, wenn der Kunde zu den wenigen gehört, für die es nicht funktioniert.
Dieses Vorgehen hat verkaufspsychologisch gleich mehrere Vorteile.
- Die Garantie für ein Top Ten Ranking in Suchmaschinen ist ein unschlagbares Verkaufsargument
- Wer den berühmten Haken sucht, wird schnell durch das Unternehmen selbst darauf aufmerksam gemacht – es funktioniert nicht für jeden
- Falls es nicht funktioniert, geht man trotzdem kein Risiko ein, da man in dem Fall einafach den Kaufpreis zurück erhält.
- Falls es nicht funktioniert, heißt das noch lange nicht, dass Kunden das Produkt zurück geben. Ein großer Teil wird die Software trotzdem behalten wollen, denn sie ist fraglos gut.
Zum Abschluss kann ich nur jedem raten, sich eingehend mit dem Thema Verkauf zu beschäftigen. Ein hervorragendes Buch über Verkauf, welches ich wirklich aus Überzeugung empfehlen kann, ist das neue Hardselling von Martin Limbeck. Danach werden Sie Verkauf in einem anderen Licht sehen.
Bis dahin wünsche ich viel Erfolg bei der Online Arbeit…






Hallo,
ein sehr guter Artikel der es auf den Punkt bringt.
Besonders die Sparte über den SINN des Affiliate-Marketings trifft es sehr genau.
Besten Gruß
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